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liebe ist der einzige rationale akt

...sagte levine einmal. gelernt aus dienstags bei morrie, das ich derzeit zum zweiten mal lese.

aber bevor es darum geht, noch ein bisschen was anderes.
vorher habe ich noch ihr kennt mich nicht gelesen (ich les wieder viel in letzter zeit. ich vergesse immer, wie gut einem wirklich gute bücher tut, wenn ich eine weile nicht gelesen habe und dann gehts wieder richtig los), von david klass.
dass das bekannt ist, ist weniger wahrscheinlich, alllllso...

es geht um einen vierzehnjährigen jungen, john, dessen vater weg ist, als er ein baby war und deren mutter einen freund hat, der sich regelmäßig besäuft und ihn schlägt.
er hasst das leben und die welt und alle um sich herum und sagt speziell zu seiner mutter, dass sie ihn nicht kennt. er glaubt, sie halte ihn für einen normalen jungen, mit guten freunden, mitten im leben, glücklich.
dann gibt es einige wendungen, die seine weltansicht ändern. nicht komplett, was wohl auch nicht möglich ist, wenn man die naivität über die menschen erst einmal abgelegt hat. er sagt, ein kriegsgebiet wird immer ein kriegsgebiet bleiben, aber er sieht, dass am ende menschen da sind, die ihn lieben und denen wichtig ist, was diese gedanken sind, die ständig in ihm herumschwirren.
das sind größtenteils sarkastische kommentare über seine umwelt und ausdrücke seines kaputten glücks. über beides spricht er nie mit anderen menschen, er denkt immer nur darüber nach.

warum grenzen sich so viele ab, wenn es ihnen schlecht geht?
wieso wird man sarkastisch, wieso lacht man über sein eigenes und eigentlich jedes unglück?

ich will einfach nichts anderes schlimmes mehr an mich heranlassen. dürrenmatt sagt, es gibt zwei möglichkeiten: an der welt, schrecklich wie sie sei, zu verzweifeln, oder aber ihr entgegenzutreten und das groteske in jedem schmerz zu erkennen.
das kann man als eine art essenz des sarkasmus sehen - es ist so viel scheiß passiert und es hört einfach nicht auf. wenn man das alles immer ernst nähme, bekäme es die durchaus reelle chance, einen zu zerstören.
humor distanziert den menschen von seinem elend. er kann lachen, wenn er weint. es sei lächerlich, deswegen tränen zu vergießen und es sei nicht so schlimm. ob das gesundes menschliches denken ist, ist eine sache; die andere, ob man als mensch existieren kann, bestehen kann, wenn man sich nicht zu distanzieren weiß, wenn das ganze übel wie ein nicht enden wollender hagel auf einen einprasselt.

und dazu, warum man nicht darüber spricht - warum sollte man, wenn die anderen einem auch nicht helfen können? es gibt dinge, die man selbst nicht regeln kann und die jemand anderes nicht verstehen kann und wenn doch, dann wird er nichts dagegen unternehmen können.
menschen nehmen sich das leid ihren lieben zu herzen und können davon erdrückt werden, wenn man es ihnen zumutet. also hat man die wahl, andere zu zerstören oder aber die eigene unschuld, die eigene naivität.
es ist irgendwie immer wieder überraschend. ich bin immer der ansicht, dass die ganze naivität, dass die welt und die menschen im großen und ganzen gut wären, von mir abgefallen wären und trotzdem merke ich immer wieder, wie mich dinge überraschen, wenn auch weniger als sie andere erschrecken. man scheint sich dauerhaft einreden zu müssen, wie schrecklich alles ist, um nicht mehr davon überrascht zu werden.
das wäre das ende jeglicher möglichkeit, glücklich zu sein. denn wenn alles schlimm ist, ist die hoffnung auf die kleinste möglichkeit zur freude verflogen.
desweiteren werden sachen oft erst wahr, wenn man sie erst einmal ausgesprochen hat. wenn nur man selbst sie weiß, was hält sie dann davon ab, ein hirngespinst oder ein irrtum zu sein, solange man sich nicht ständig von ihrer richtigkeit überzeugt?
man kann es ignorieren, es eich ausreden, einfach aus den gedanken schieben. sich die qual ersparen, ständig darüber nachzudenken.

und jetzt zu morrie. als ich das buch zum ersten mal gelesen habe, fand ich es stellenweise peinlich, übertrieben in seinem wahn nach menschlicher liebe, seiner lehre, händchen zu halten wappne einen gegen die tücken der welt.
beim zweiten lesen ist das etwas verflogen. ich hab inzwischen einfach erkannt, dass ein mensch ohne liebe zerbricht; egal, ob es sich darum handelt, sie zu bekommen, anzunehmen oder zu geben.

aber dann bleiben noch einige zweifel an morries lebensweisheit, soviel liebe und vertrauen in sein leben zu bringen, wie man nur kann.

wie kommt er zu diesen engen vertrauten, außerhalb von seiner familie? die familie liebt einen oft ja automatisch, und sonst? man kann nicht einfach anderen menschen sein leben erzählen und alles was man fühlt.
es schockiert einen, wenn leute einem so schnell nahezukommen versuchen. wo ist der punkt erreicht, wo ich ihnen sowas erzähl; was mich bewegt, wie ich die welt sehe?

und dieses verschrecken findet sich auch sonst in seiner philosophie wieder. ein reporter hat ihn gefragt, was er tut, wenn er nicht mehr sprechen kann mit seinem freund, der eh nicht hören kann - morrie meinte, sie werden händchen halten und glücklich sein.
das mag vielleicht liebe ausstrahlen, aber es wirkt einfach komisch in unserer gesellschaft, solche puren zeichen von zuneigung freunden gegenüber. händchen halten, das man mit liebenden konnotiert. klar, freunde kann man lieben, aber meistens doch auf eine andere art als die händchen-halten-art - normale leute schrecken nicht vor umarmungen zurück wie ich das tue (aber es ist wie mit dem ich liebe dich. wenn man es ständig nutzt und jeder kleinen verliebtheit die größten worte, die es gibt, schenkt, was macht man dann in den großen momenten, wenn man den wert der worte schon abgenutzt hat? es ist das gleiche mit umarmungen. man muss diese werte aufrechterhalten.), doch vor so etwas schon.
es ist nicht normal in unserer gesellschaft, selbst wenn es gut tun mag.
morrie sagt, wenn einem die kultur nicht passt, soll man sich eine andere schaffen. aber wenn man sich von der gesellschaft ausnimmt, woher dann die lieben nehmen? es ist nicht so, dass man einfach sagen kann, diese gesellschaft passt mir nicht, ich nehm die nächste; egal, wie oft ich auf sei individuell mache, man darf sich trotzdem nicht vollkommen abgrenzen, sondern muss immer noch mensch bleiben, bzw das, was die gesellschaft gerade unter mensch versteht, was sich ja immer noch weit fassen lässt.

wir leben in keiner gesellschaft, in der man mit freunden händchen hält - es wäre in mancher hinsicht vielleicht besser, aber es ist nunmal nicht so.

und morrie scheint zu sagen, man solle allen erst einmal vertrauen. meine deutschlehrerin hat gesagt, zuerst müsse man allen erstmal misstrauen, weil man damit meistens recht hat und ich hab ihr im stillen recht gegeben.
man gibt anderen die chance, einen zu verletzen, wenn man sich öffnet.
menschen, die einen kennen - wirklich kennen -, sollten nur die sein, denen man auch vertrauen kann. und dann auch nur das, was man ihnen zumuten kann, ohne sie zu belasten.
vielleicht tun sie es nicht einmal absichtlich, aber sie können einen verletzen und nutzen, was man ihnen vertrauensvoll, leichtgläubig anvertraut hat.
jedem zu vertrauen, hieße, von all den fremden erst einmal enttäuscht zu werden.

trotzdem bleibt noch ein zitat von einem filmtitel:
was nützt die liebe in gedanken?
möge das jeder in diesem zusammenhang interpretieren, wie er es für richtig hält.

27.10.10 19:42
 


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